Bericht: Aktivitäten der Alpin- und Hochtourengruppe in 2013

Nach Übungseinheiten in der Taschachschlucht ging es an verschiedene Wasserfälle im Pitztal. Nachdem das Vertrauen in die Steigeisen und die scharf geschliffenen Eisgeräte gefestigt war, wurden die ersten Mehrseilrouten geklettert. Hier wurde dann auch das Bauen von Standplätzen im Eis geübt. Natürlich kam auch abends die Geselligkeit nicht zu kurz, nach dem Klettern ging es in die pensionseigene Sauna und danach wurden große Mengen an Schweinsbraten und Knödel verdrückt, Eisklettern macht halt hungrig… Im Mai fuhren wir dann zum Sportklettern in die Fränkische Schweiz. Dies ist natürlich ein krasser Gegensatz zum Eisklettern im Winter. Wie auch im Jahr davor machten wir Quartier beim Berg- und Skiteam von Jura alpin. Manfred, Bergführer und langer Bekannter von mir, leitet seit vielen Jahren dieses Erlebniscenter in der Fränkischen Schweiz. Als Insider hat Manfred natürlich auch immer die besten Tipps, wo auch bei schlechterem Wetter geklettert werden kann. Natürlich stand auch die fränkische Küche und das fränkische Bier auf dem Programm …   Ende August war es dann soweit, unsere Hochtour auf den Montblanc stand an. Ich hatte mich entschieden, noch ein letztes Mal den Montblanc zu besteigen nach dem Motto „ alle guten Dinge sind drei“. Als Akklimatisationstour war der Gran Paradiso als höchster Berg Italiens geplant und der Ciarforon, dessen Nord-Ostgrat mich persönlich schon seit Jahren gereizt hat. Bei beiden Besteigungen waren wir bei besten Bedingungen erfolgreich! Insbesondere die Kletterei am Ciarforon in teilweise kombiniertem Gelände und einer etwa 50 Grad steilen Firnflanke hat uns, (Christian, Lukas und mir) sehr viel Spaß gemacht. Eine super schöne Tour mit einem Gipfel, der an diesem Tag nur uns gehörte, erstaunlich angesichts der vielen Bergsteiger am Gran Paradiso ! Auch der Montblanc war uns aufgrund der guten Bedingungen in diesem Jahr vergönnt. Nach Nächtigung auf der nagelneuen Gouter Hütte ging es um 2:30 Uhr bei sternklarem Wetter los. Bei einer Besteigung vor einigen Jahren hatten wir mit starkem Sturm zu kämpfen, der die Überschreitung des Bosses Grates sehr abenteuerlich werden ließ, da wir wie die Betrunkenen schwankten. In diesem Jahr jedoch wehte nur ein laues Lüftchen, die Gipfeltemperatur betrug lediglich warme -7 Grad Celsius. Auch diese Tour ein tolles Erlebnis ! Als letzte Gemeinschaftstour brachen wir Ende September in Richtung Garmisch Partenkirchen auf. Wir, das waren Christian, Uwe von unserer Partnersektion aus Sangerhausen, Lukas und ich. Nach einer Biwaknacht auf dem Parkplatz der Kreuzeckseilbahn ging es früh los in Richtung hoher Gaif. Am Grat erwartete uns eine anspruchsvolle Klettererei im 3. Schwierigkeitsgrat. Aufgrund der Länge des Grates ist hier eine sehr gute Konzentration und Kondition erforderlich, da es immer sehr luftig und ausgesetzt über Stunden dahin geht. Da wir aufgrund des langen Zustieges spät dran waren, entschieden wir am späten Nachmittag, durch eine Scharte abzusteigen und am Stuibensee zu biwakieren. Über den Abstieg im Dunklen, durch sehr unangenehmes Schrofengelände, weiter zu schreiben würde sicher den Rahmen sprengen. Soviel sei aber gesagt, der Abstieg hatte es in sich und wir waren alle froh, wieder unten zu sein, es war für uns alle ein unvergessenes Abenteuer! Die Nacht verbrachten wir unter freiem Himmel am Stuibensee. Trotz eines kurzen Schauers hatten wir eine erholsame Nacht. Soviel zu den wichtigsten Unternehmungen unserer Hochtourengruppe. Ein tolles und vor allem für uns unfallfreies Bergjahr 2013. Aber es wird auch 2014 wieder schöne Bergfahrten für uns geben.
Bis dahin allen ein Berg heil.

Michael Hettler

Fotos:

 

Inga Schamschat-Sieweke
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